Bogenbau und prähistorische Jagdwaffen

Schon lange Zeit möchte ich mir einen eigenen Bogen bauen. Allein die Arbeit daran interessiert mich total und natürlich auch das Schießen im Anschluss daran. Ob ich das schaffen werde? Kann ich einen funktionierenden Bogen bauen? Anfang Januar 2006 ist es soweit. Werner wird mir zeigen, wie man einen Bogen baut.
Nebenbei arbeite ich an einer Website für ihn über prähistorische Jagdwaffen und den europäischen Meisterschaften dazu. Das macht Spaß und ich lerne wieder einmal viel Neues hinzu. Vielleicht werde ich mir auch bald eine Speerschleuder bauen. www.praehistorisch-schiessen.de


Werner hat einen schönen Rohling für mich vorbereitet. Rubinie.
Ich versuche, ein wenig mit der Axt rumzuspielen, aber ohne Übung wird das nichts. I
ch hatte, soweit ich mich erinnern kann, vorher noch nie eine Axt in der Hand.


Zum Glück habe ich Werner und der hilft mir gerne.

Werner erklärt mir, wie ein Baumstamm aufgebaut ist.
Rinde - Splint - Kern (mit den Jahresringen)
Das hellere Teil da oben ist der Splint, und den soll ich wegmachen. Das wird dann auch die Aussenseite von meinem Bogen. Also geht die Arbeit jetzt los...
Mit Zieheisen und so komischen Geräten hobel ich den Splint runter.

Peter, Werner und Christoph begutachten den Rohling...

Auch am zweiten Abend geht es weiter mit der Hobelei... die Zeit vergeht immer so schnell.
Zum Glück haben wir es nicht eilig. In der Ruhe liegt die Kraft...

OK - ich geb es zu... Bogenbauen ist nichts für mich....
Dieses herunterkratzen Jahresring um Jahresring mit nur nem Zieheisen - neeee!
Da habe ich absolut keine Geduld zu. Das geht mir entschieden zu langsam. Man sieht nach Stunden kaum Resultate.

Da habe ich viel mehr Spaß daran, mir Sachen wie Köcher und Armschutz aus Leder zu basteln. Das macht richtig Laune und wird auch was. Und sowas dann noch schön verziehren irgendwie... ja, das ist es. Mein Fernziel ist es, mir einen schönen Köcher zu filzen. Da freue ich mich schon drauf!

Nun hat mir der liebe Werner dann doch tatsächlich einen Robinien-Selfmade-Bogen geschenkt. Einen echt wunderschönen. Ich bin so glücklich! Ein toller Bogen! Werner hat mir auch noch sechs Pfeile gebaut. Weiter muss ich selber machen. Das muss ich dann echt lernen, weil Pfeile braucht man immer viele - und sie verschwinden geheimnisvoll wie Socken in der Waschmaschine.

Karl-Heinz aus dem Fletchers-Corner Forum hat mir drei wunderschöne tolle Pfeile gebaut, mit denen ich auf den Europameisterschaften für prähistorische Jagdwaffen schießen kann. Pfeile mit Knochenspitzen. Genial! Weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ich bin so dankbar. Jetzt kann ich üben. Das ist auch bitter nötig. Hab ja noch nie so richtig geschossen. Ausser mal auf nem Mittelaltermarkt an nem Bogenschießstand für Kinder und in einem Keltendorf.

Jaaaaaaaaaaaaa - und dann waren wir auch schon mal üben. Das hat so super Spaß gemacht. Auch wenn ich nur selten Werners Schießsack getroffen habe. Das muss ich mir als nächstes unbedingt auch machen. Einen Jutesack füllen mit Plastikverpackungsmaterial. Das ist ein gutes Ziel zum üben...

Und mein Mann hat auch Freude am Bogenschießen. Das freut mich ganz besonders!!! Vielleicht wird das endlich ein Hobby, das wir gemeinsam machen können. Das wäre so schön!

Und dann war ich noch in Plüderhausen im Schützenhaus. Ganz liebe nette Bogenschützen sind da und es war sehr lustig und schön.

Mein wunderschöner Bogen bekommt noch etwas Form am Handgriff. Und er muss noch viel geschliffen werden. Obwohl ich das eigentlich gar nicht so finde. Für mich war der eigentlich schon fertig :-)

Aber gut... dann schleife ich mal mit immer feineren Schleifpapieren dran rum. Das ist nicht schwer. Das kann ich.

Meine Leinensehne bekommt noch eine Mittelwicklung. Man hat mir erklärt, daß das zum Schutz der Sehne dient. Werner zeigt es mir genau und ich darf wickeln. Dann hab ich mir noch einen Nockpunkt gewünscht. Das ist ein Punkt an der Sehne, an dem man den Pfeil anlegt. Für moderne Bögen gibt es da so ne Art Clip aus Metal hab ich gesehen. Für die Prähistorischen ist das nicht erlaubt. Also haben wir eine kleine Wicklung aus Leinengarn an die Sehne gemacht.

Den Nockpunkt kann man schön ermitteln, indem man ein gefaltetes A4-Blatt an die Sehne einhängt. So hat man den genauen rechten Winkel zum Bogen. Und da dann noch ne Pfeildicke höher - das ist dann der Punkt.

Pfeilebauen... das ist wichtig. Pfeile sind ein reines Verschleißzeugs. Vor allem am Anfang fliegen die ja nicht dahin, wo man möchte :-) Und dann geht das große Suchen los. Die Biester vergraben sich manchmal total flach im Boden und im Gras sind sie dann ruckzuck verwunden. Also das habe ich schnell gemerkt. Pfeilebauen sollte man schon lernen und irgendwann können, wenn man Bogenschießen will. Vor allem habe ich jetzt vielleicht auch noch meinen Mann angesteckt mti der Bogenschießerei. Und mein Sohn soll dann auch mitschießen irgendwann... da brauchen wir ne riesen Menge Pfeile!

Also Pfeilschaft wird eingespannt und die Mitte quer zu den Jahresringen markiert. Und dann geht es los. Gerade sägen... auch was, was ich erst noch lernen muss. Mit so Sägen habe ich noch nie umgehen können! Ich weiß schon, warum ich elektronische Werkzeuge liebe... Aber ich glaube, damit kann man das gar nicht machen. Letztendlich hat mir dann der liebe Werner mal wieder die ganzen Dinger gesägt... ich bin dankbar :-) aber irgendwann muss ich es auch lernen.

Mein neuer gefilzter Pfeilköcher. Wolle und Leder verarbeiten ist halt dann eben doch mehr mein Ding, als mit Holz rumzumachen. Die Tasche habe ich schon vor ein paar Wochen gefilzt. Und ich dachte, daß ein passender Köcher dazu ganz gut aussehen würde.

... Fortsetzung folgt...